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Wenn die Bremsklötze abgefahren oder verschmutzt sind, lässt die Wirkung der Bremse rapide nach.
Wenn
die Klötze nur leicht abgefahren sind, lässt sich die
Bremse
meist noch von Hand und ohne Werkzeug nachstellen. Dies geschieht
beispielsweise
durch Schräubeln an der Bremszange.
Hier
auf dem Bild sehen
Sie, wie's geht: mit der linken Hand werden die Bremsbacken
zusammengedrückt,
während die Schraube, (in welche die Kabelhülle
mündet),
im Gegenuhrzeigersinn etwas herausgeschraubt wird.
Wenn
die Schraube klemmt,
muss eine Flachzange zu Hilfe genommen werden.
Viele
neuere Velos haben auch am Bremsgriff eine Justierschraube, mit der die
Bremskabelspannung erhöht werden kann. Auch sie kann im
Gegenuhrzeigersinn
herausgedreht werden.
Darauf
achten, dass die Bremsklötze
schön parallel zur Felge montiert werden. Stehen sie zu hoch,
kann
der Pneu beim Bremsen weggeraspelt werden. Stehen sie zu tief,
entstehen
an der unteren Seite der Klötze Kanten, die später
die Bremse
blockieren können.
Werkzeug:
Bei alten Felgenbremsen
vom Typ "Weinmann" genügt ein Gabelschlüssel mit der
Maulweite
10-11. Für Cantilever-Bremsen brauchen Sie oft auch den
Gabelschlüssel
10-11 und zusätzlich einen Inbusschlüssel in der
Grösse
5 oder 6.
Auf dem Bild links sehen Sie eine Cantilever-Bremse, wie sie heute an vielen Mountain und Citybikes verwendet wird. Um die Klötze zu wechseln, ist es von Vorteil, wenn auf der Gegenseite zuerst das Bremskabel ausgehängt worden ist.
Mit dem 10er Gabelschlüssel wird die Klemmvorrichtung für den Klotz gelöst und dann der Klotz herausgezogen.
Bei
der Montage des neuen
Klotzes wird die vorhin gelöste Schraube wieder mit dem
Gabelschlüssel
angezogen. Gleichzeitig muss mit einem Inbusschlüssel
gegengehalten
werden, damit der Klotz in der richtigen Position bleibt.
Bei
der Montage von Cantilever-Klötzen
muss besonders darauf geachtet werden, in welchem Winkel sie zur Felge
stehen.
Es ist wichtig, dass die Klötze die Felge zuerst mit ihren vorderen Teilen berühren. Falls sie genau parallel oder umgekehrt zur Felge stehen, quietschen sie gar fürchterlich!
Die Einstellung des richtigen Winkels ist oftmals etwas mühsam und je nach Bremse verschieden.
Manche
Bremsklötze sind
sogenannte "Felgenfresser", sie sind so hart, dass sich beim Bremsen
Metallspäne
aus der Felge lösen. Vor allem Shimano-Klötze sind in
den letzten
Jahren so aggressiv geworden, dass sie für den Alltagsgebrauch
ungeeignet
sind. Ich empfehle als Alternative die weicheren
Kool-Stop-Klötze.

Der
Bowdenzug besteht aus
einem Innenkabel und einer Kabelhülle.
Das
Innenkabel muss sich
innerhalb der Kabelhülle gut hin-und herbewegen
können.
Wenn
das Kabel festgerostet
ist (kommt oft vor bei Damenvelos, da es dort in die hintere
Kabelhülle
hineinregnen kann), lässt sich der Bremshebel nicht mehr
bewegen.
Wenn
die Kabelhülle
gebrochen ist und Knicke hat, braucht's mehr Kraft zum Bremsen und
manchmal
blockiert sogar die ganze Bremse.
Mit
dem Innenkabel
fest verbunden ist ein Nippel: dieser ist im Innern des Bremshebels
eingehängt.
(Bremskabel reissen übrigens meist in der Nähe des
Nippels. Es
lohnt sich also hin-und wieder einen Kontrollblick in den Bremshebel zu
werfen.)
Das
andere Ende des Innenkabels
ist an der Bremszange fixiert.
Zuerst muss die Schraube mit der das Innenkabel an der Bremszange fixiert ist, gelöst werden. Dann wird der Bremsgriff einmal kräftig durchgedrückt und das Kabel löst sich aus der Fixierung. Nun kann der Nippel aus dem Bremsgriff ausgehängt werden. Am Nippel ziehen bis das Kabel ganz aus der Bremskabelhülle gezogen ist. Achtung: Bei manchen Bremsgriffen ist zwischen Griff und Aussenhülle eine Anschlaghülse, die jetzt schnell verloren gehen kann.
Hier
sehen Sie einen Bremshebel
mit Justierschraube. An dieser Stelle könnte theoretisch auch
bloss
eine Anschlaghülse aus Plastic sein (z.B. Bei alten
Weinmann-Bremsen)
Ob Justierschraube oder Anschlaghülse: Wichtig ist, dass etwas
da
ist, das die Kabelhülle stoppt, sonst würde sie beim
ersten Bremsversuch
in den Hebel gezogen, und das Velo würde fröhlich
weiterfahren!
Beim
Kauf darauf achten,
dass es verschiedene Kabeltypen gibt: solche mit Birnennippel (oft an
Rennvelos
und äteren Sportvelos) oder mit Zylindernippel (am alten
Dreigänger)
oder grossem Zylindernippel (an Mountain-und Citybikes)- am besten das
alte Kabel beim Kauf mitnehmen. Wem ständig das Kabel
festrostet,empfehle
ich rostfreie Kabel (teurer!) in diesem Fall sollte aber auch die
Kabelhülle
gewechselt werden.
Zuerst
wird der Kabelnippel
im Bremsgriff eingehängt, durch Justierschraube (oder
Anschlaghülse)
und durch die Kabelhülle gezogen. Bei den Bremszangen ist auch
ein
Gegenanschlag (Meist die Schraube, womit die Bremse nachgestellt werden
kann, siehe Seite 5). Mit dem Kabel auch durch diese Justierschraube
durch
und nun wartet schon die Kabelklemmschraube auf Sie.
Falls
Sie drei Hände
haben ist das Nachfolgende überhaupt kein Problem! Es
müssen
nun gleichzeitig beide Bremsbacken an die Felge gedrückt, das
Kabel
mit einer Zange gezogen und und die Kabelklemmschraube angezogen
werden.
Wenn Sie bloss zwei Hände haben, lassen Sie sich helfen oder
kaufen
Sie einen Bremskabelspanner.
Oft
hat die Kabelklemmschraube
ein kleines Loch, durch das das Kabel gezogen wird. Wer nun diese
schwache
Schraube wie ein Rübezahl festzieht, wird nun erleben wie's
"pling"
macht, weil die Schraube mittendurch bricht und wegspickt. Also, mit
Gefühl!
Auf
die richtige Länge
achten. Die Kabelhülle muss flexible Bögen
beschreiben, damit
das Innenkabel ungehindert hin-und hergleiten kann. Im Lenkerbereich
muss
das Kabel lang genug sein, damit auch Kurven gefahren werden
können.
Die
Enden der Kabelhüllen
müssen sauber abgeschnitten sein. Oft geht dies nicht mit
einem normalen
Seitenschneider, sondern nur mit einer speziellen Kabelschere.
Verkantungen
am Ende der Hülle führen zu Blockierungen.
Es
gibt Kabelhüllen
die innen ein Teflon- oder Kunststoffröhrchen haben. Diese
lassen
das Innenkabel besser gleiten und verhindern ein Festrosten.
Wenn
das Innenkabel durch
eine herkömmliche Kabelhülle gezogen wird, kann sie
reichlich
gefettet werden. Ich empfehle in diesem Zusammenhang Graphitfett. Auch
nachträglich kann mal ein wenig
Nähmaschinenöl in die Kabelhülle
getröpfelt werden. (Lohnt sich vor allem bei der
Hinterradbremse von
Damenvelos, wo's ständig reinregnen kann)
Bei
innenbeschichteten Kabelhüllen
gehen die Meinungen auseinander, ob überhaupt gefettet werden
soll,
da Fette und Öle die Beschichtung angreifen. Ich meinerseits
fette
ganz sparsam mit Graphitfett. Eine Alternative wäre auch
reines Graphitpulver,
das gute Schmiereigenschaften hat.
Wer kennt nicht das Problem von einseitig ziehenden und streifenden Bremsen? Bevor Sie an der Bremse rumschrauben, kontrollieren Sie erst, ob das Rad gerade sitzt und keine Acht hat.
Bei
den alten Seitenzugbremsen,
ist das Zentrieren am mühsamsten, und oft ist der Erfolg nur
von kurzer
Dauer. Bei vielen alten Weinmann-Bremsen hat es vorne in der Mitte
einen
sechseckigen Zentrierbolzen (umgeben von einem schwarzen runden
Plasticding),
der sich mit einer 4-er oder 5-er Nuss bewegen lassen sollte. Oft sitzt
aber alles so fest, dass die Schraube, mit der die Bremse am Velo
festgemacht
ist, gelöst werden muss (mit einem 10-11er
Gabelschlüssel)
Bei
uralten Seitenzugbremsen
ist oft auch die Bremsfeder verbogen, schlapp oder zerbrochen und mit
etwas
Pech muss die ganze Bremse auseinandergenommen werden.
Cantileverbremsen
und die
neuen V-Brakes verstellen sich zum Glück nicht so leicht, und
meist
lassen Sie sich einfach zentrieren.
Seitlich
an den Bremszangen
befindet sich eine Zentrierschraube. Wird diese hineingeschraubt
entfernt
sich die entsprechende Bremsbacke von der Felge, währen die
Bremsbacke
auf der Gegenseite näher an die Felge herangerückt
wird.
Werkzeug:
Meist Kreuzschraubenzieher
oder 2er-Inbusschlüssel.
©
by Ingrid Kaufmann