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© by Ingrid Kaufmann
Mittlerweile sind so viele Bremstypen auf dem Markt, dass sich kaum noch etwas einheitliches darüber sagen lässt. Daher beschränke ich mich hier auf eine stark vereinfachte Darstellung.
Wenn ich am Bremshebel ziehe,
werden die Bremsklötze an die Felge gedrückt. Die Bremszangen
sind mit Federn ausgerüstet, die die Bremse immer nach aussen drücken.
Wenn ich also bremse, drücke
ich diese Feder(n) zusammen. Meine Kraft wird vom Bremshebel über
den Bowdenzug auf die Bremszangen übertragen.
Wenn die Bremsklötze abgefahren oder verschmutzt sind, lässt die Wirkung der Bremse rapide nach.
Diese Seite ist noch nicht ganz fertig. Fehlende Bilder folgen!
1. Einfaches Nachstellen der Bremsen
Wenn
die Klötze nur leicht abgefahren sind, lässt sich die Bremse
meist noch von Hand und ohne Werkzeug nachstellen. Dies geschieht beispielsweise
durch Schräubeln an der Bremszange.
Hier auf dem Bild sehen
Sie, wie's geht: mit der linken Hand werden die Bremsbacken zusammengedrückt,
während die Schraube, (in welche die Kabelhülle mündet),
im Gegenuhrzeigersinn etwas herausgeschraubt wird.
Wenn die Schraube klemmt,
muss eine Flachzange zu Hilfe genommen werden.
Viele
neuere Velos haben auch am Bremsgriff eine Justierschraube, mit der die
Bremskabelspannung erhöht werden kann. Auch sie kann im Gegenuhrzeigersinn
herausgedreht werden.
Darauf achten, dass die Bremsklötze
schön parallel zur Felge montiert werden. Stehen sie zu hoch, kann
der Pneu beim Bremsen weggeraspelt werden. Stehen sie zu tief, entstehen
an der unteren Seite der Klötze Kanten, die später die Bremse
blockieren können.
Werkzeug: Bei alten Felgenbremsen
vom Typ "Weinmann" genügt ein Gabelschlüssel mit der Maulweite
10-11. Für Cantilever-Bremsen brauchen Sie oft auch den Gabelschlüssel
10-11 und zusätzlich einen Inbusschlüssel in der Grösse
5 oder 6.
Auf dem Bild links sehen Sie eine Cantilever-Bremse, wie sie heute an vielen Mountain und Citybikes verwendet wird. Um die Klötze zu wechseln, ist es von Vorteil, wenn auf der Gegenseite zuerst das Bremskabel ausgehängt worden ist.
Mit dem 10er Gabelschlüssel
wird die Klemmvorrichtung für den Klotz gelöst und dann der Klotz
herausgezogen.
Bei der Montage des neuen
Klotzes wird die vorhin gelöste Schraube wieder mit dem Gabelschlüssel
angezogen. Gleichzeitig muss mit einem Inbusschlüssel gegengehalten
werden, damit der Klotz in der richtigen Position bleibt.
Bei der Montage von Cantilever-Klötzen
muss besonders darauf geachtet werden, in welchem Winkel sie zur Felge
stehen.
Es ist wichtig, dass die Klötze die Felge zuerst mit ihren vorderen Teilen berühren. Falls sie genau parallel oder umgekehrt zur Felge stehen, quietschen sie gar fürchterlich!
Die Einstellung des
richtigen Winkels ist oftmals etwas mühsam und je nach Bremse verschieden.
Manche Bremsklötze sind
sogenannte "Felgenfresser", sie sind so hart, dass sich beim Bremsen Metallspäne
aus der Felge lösen. Vor allem Shimano-Klötze sind in den letzten
Jahren so aggressiv geworden, dass sie für den Alltagsgebrauch ungeeignet
sind. Ich empfehle als Alternative die weicheren Kool-Stop-Klötze.
Der Bowdenzug besteht aus
einem Innenkabel und einer Kabelhülle.
Das Innenkabel muss sich
innerhalb der Kabelhülle gut hin-und herbewegen können.
Wenn das Kabel festgerostet
ist (kommt oft vor bei Damenvelos, da es dort in die hintere Kabelhülle
hineinregnen kann), lässt sich der Bremshebel nicht mehr bewegen.
Wenn die Kabelhülle
gebrochen ist und Knicke hat, braucht's mehr Kraft zum Bremsen und manchmal
blockiert sogar die ganze Bremse.
Mit dem Innenkabel
fest verbunden ist ein Nippel: dieser ist im Innern des Bremshebels eingehängt.
(Bremskabel reissen übrigens meist in der Nähe des Nippels. Es
lohnt sich also hin-und wieder einen Kontrollblick in den Bremshebel zu
werfen.)
Das andere Ende des Innenkabels
ist an der Bremszange fixiert.
Entfernen
des alten Innenkabels
Einbau
des neuen Innenkabels
Wechseln
der Kabelhülle
Fetten
oder nicht?
Entfernen des alten Innenkabels
Zuerst muss die Schraube
mit der das Innenkabel an der Bremszange fixiert ist, gelöst werden.
Dann wird der Bremsgriff einmal kräftig durchgedrückt und das
Kabel löst sich aus der Fixierung. Nun kann der Nippel aus dem Bremsgriff
ausgehängt werden. Am Nippel ziehen bis das Kabel ganz aus der Bremskabelhülle
gezogen ist. Achtung: Bei manchen Bremsgriffen ist zwischen Griff und Aussenhülle
eine Anschlaghülse, die jetzt schnell verloren gehen kann.
Hier sehen Sie einen Bremshebel
mit Justierschraube. An dieser Stelle könnte theoretisch auch bloss
eine Anschlaghülse aus Plastic sein (z.B. Bei alten Weinmann-Bremsen)
Ob Justierschraube oder Anschlaghülse: Wichtig ist, dass etwas da
ist, das die Kabelhülle stoppt, sonst würde sie beim ersten Bremsversuch
in den Hebel gezogen, und das Velo würde fröhlich weiterfahren!
Beim Kauf darauf achten,
dass es verschiedene Kabeltypen gibt: solche mit Birnennippel (oft an Rennvelos
und äteren Sportvelos) oder mit Zylindernippel (am alten Dreigänger)
oder grossem Zylindernippel (an Mountain-und Citybikes)- am besten das
alte Kabel beim Kauf mitnehmen. Wem ständig das Kabel festrostet,empfehle
ich rostfreie Kabel (teurer!) in diesem Fall sollte aber auch die Kabelhülle
gewechselt werden.
Zuerst wird der Kabelnippel
im Bremsgriff eingehängt, durch Justierschraube (oder Anschlaghülse)
und durch die Kabelhülle gezogen. Bei den Bremszangen ist auch ein
Gegenanschlag (Meist die Schraube, womit die Bremse nachgestellt werden
kann, siehe Seite 5). Mit dem Kabel auch durch diese Justierschraube durch
und nun wartet schon die Kabelklemmschraube auf Sie.
Falls Sie drei Hände
haben ist das Nachfolgende überhaupt kein Problem! Es müssen
nun gleichzeitig beide Bremsbacken an die Felge gedrückt, das Kabel
mit einer Zange gezogen und und die Kabelklemmschraube angezogen werden.
Wenn Sie bloss zwei Hände haben, lassen Sie sich helfen oder kaufen
Sie einen Bremskabelspanner.
Oft hat die Kabelklemmschraube
ein kleines Loch, durch das das Kabel gezogen wird. Wer nun diese schwache
Schraube wie ein Rübezahl festzieht, wird nun erleben wie's "pling"
macht, weil die Schraube mittendurch bricht und wegspickt. Also, mit Gefühl!
Auf die richtige Länge
achten. Die Kabelhülle muss flexible Bögen beschreiben, damit
das Innenkabel ungehindert hin-und hergleiten kann. Im Lenkerbereich muss
das Kabel lang genug sein, damit auch Kurven gefahren werden können.
Die Enden der Kabelhüllen
müssen sauber abgeschnitten sein. Oft geht dies nicht mit einem normalen
Seitenschneider, sondern nur mit einer speziellen Kabelschere. Verkantungen
am Ende der Hülle führen zu Blockierungen.
Es gibt Kabelhüllen
die innen ein Teflon- oder Kunststoffröhrchen haben. Diese lassen
das Innenkabel besser gleiten und verhindern ein Festrosten.
Wenn das Innenkabel durch
eine herkömmliche Kabelhülle gezogen wird, kann sie reichlich
gefettet werden. Ich empfehle in diesem Zusammenhang Graphitfett. Auch
nachträglich kann mal ein wenig Nähmaschinenöl in die Kabelhülle
getröpfelt werden. (Lohnt sich vor allem bei der Hinterradbremse von
Damenvelos, wo's ständig reinregnen kann)
Bei innenbeschichteten Kabelhüllen
gehen die Meinungen auseinander, ob überhaupt gefettet werden soll,
da Fette und Öle die Beschichtung angreifen. Ich meinerseits fette
ganz sparsam mit Graphitfett. Eine Alternative wäre auch reines Graphitpulver,
das gute Schmiereigenschaften hat.
Wer kennt nicht das Problem
von einseitig ziehenden und streifenden Bremsen? Bevor Sie an der Bremse
rumschrauben, kontrollieren Sie erst, ob das Rad gerade sitzt und keine
Acht hat.
Bei den alten Seitenzugbremsen,
ist das Zentrieren am mühsamsten, und oft ist der Erfolg nur von kurzer
Dauer. Bei vielen alten Weinmann-Bremsen hat es vorne in der Mitte einen
sechseckigen Zentrierbolzen (umgeben von einem schwarzen runden Plasticding),
der sich mit einer 4-er oder 5-er Nuss bewegen lassen sollte. Oft sitzt
aber alles so fest, dass die Schraube, mit der die Bremse am Velo festgemacht
ist, gelöst werden muss (mit einem 10-11er Gabelschlüssel)
Bei uralten Seitenzugbremsen
ist oft auch die Bremsfeder verbogen, schlapp oder zerbrochen und mit etwas
Pech muss die ganze Bremse auseinandergenommen werden.
Cantileverbremsen und die
neuen V-Brakes verstellen sich zum Glück nicht so leicht, und meist
lassen Sie sich einfach zentrieren.
Seitlich an den Bremszangen
befindet sich eine Zentrierschraube. Wird diese hineingeschraubt entfernt
sich die entsprechende Bremsbacke von der Felge, währen die Bremsbacke
auf der Gegenseite näher an die Felge herangerückt wird.
Werkzeug: Meist Kreuzschraubenzieher
oder 2er-Inbusschlüssel.
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