Kinder brauchen Sicherheit



 
 


  Was Sie beim Kauf eines Kindervelos beachten sollten
Einleitung
 Fahrkomfort
Sicherheit
Stützräder
 Wartungsfreundlichkeit
 

 
 
 
 
 
 
Velos für Kinder im Vorschulalter
(Copyright by Ingrid Kaufmann)

Kindervelos für Kinder im Vorschulalter werden von den Herstellern und Importeuren meist sehr stiefmütterlich behandelt. Folglich ist eine Menge Schrott auf dem Markt. Oft haben Kindervelos auch völlig falsche Geometrien, so dass sich die Kinder über längere Zeit auf den Velos kaum wohl fühlen und Schwierigkeiten haben, das Fahren ohne Stützräder zu lernen. Was alle Eltern wissen, dass nämlich Kinder auch kleine Hände und Füsse haben, und dass sie wenig Kraft in den Händen haben, wird von den meisten Herstellern einfach vergessen.... Hauptsache, das Velo ist billig und hat tolle Farben. Oft sind aber diese billigen Fahrzeuge mit erheblichen Sicherheits- und Qualitätsmängeln versehen.
 
 
 

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Fahrkomfort/Geometrie
Kleine Kinder haben nicht nur kurze Beine: auch ihre Füsse sind kurz. Mit diesen kurzen Füssen wollen sie aus dem Sitz heraus auch den Boden erreichen können.  Deshalb ist es bei Kinderfahrrädern besonders wichtig, dass der Abstand vom Boden zum Tretlager (bzw. Pedale) nicht zu hoch ist.  Die allermeisten Kindervelos von 14"-16" haben ein viel zu hohes Tretlager!!! Die Folge davon ist, dass der Sattel zu tief eingestellt wird, und die Kinder immer in den "Knieen" fahren müssen. Das mag ja noch angehen, wenn nur auf dem Spielplatz gefahren wird. Wenn aber mal ein kleiner Veloausflug gemacht wird, muss man sich nicht wundern , wenn der Maxli immer so schnell müde wird...
Idealer Boden-Tretlagerabstand bei einem 16"-Velo wäre 16-17 cm (Gemessen ab Mitte Tretlager)
Dieses 14"-Kindervelo aus dem Warenhaus ist mit 22 cm Boden-Tretlagerabstand nicht sehr kindgerecht
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Sicherheit


Der Bremshebel auf dem Bild hat einen zu grossen Abstand zum Lenker. Mit der Schraube vorne am Bremshebel liesse er sich aber noch enger stellen. Positiv: der rote Handgriff hat eine seitliche Knautschzone.
Der erste Kontrollgriff beim Velokauf ist meist das Ziehen der Bremsen. Denken Sie aber daran, dass es für Kinder viel schwieriger ist, eine Handbremse zu betätigen. Ihre Finger sind kürzer: Kann der Bremshebel überhaupt erreicht werden? Lässt sich die Hebelweite des Bremsgriffs den kleinenKinderhänden anpassen?
Doch selbst, wenn diese Bedingungen erfüllt sind, sind von Hand betätigte Felgenbremsen nicht optimal: ein Kind von 4 Jahren hat zu wenig Kraft in den Händen um in einer Gefahrensituation effizient bremsen zu können.Felgenbremsen an Kindervelos verfügen oft über gravierende Sicherheitsmängel: Die Kabelzüge sind zu lang und gehen um sieben Ecken (meist ist die Bremswirkung beim Hinterrad gleich null!), die Bremsklötze sind von minderwertiger Qualität und manchmal sind die Felgen aus Plastik oder farbig lackiert, anstelle aus blankem Metall. Diese hübschen bunten Felgen machen, dass die Bremsklötze nicht richtig fassen können. Besonders bei Regen ist dies lebensgefährlich!
Einzig die Rücktrittbremse gewährt die nötige Sicherheit. (Die Rücktrittbremse ist nicht zu verwechseln mit dem Starrlauf. Kindervelos mit Starrlauf werden meist von Billigstanbietern verkauft: wenn man rückwärts tritt, dreht das Rad rückwärts anstatt zu bremsen. Mit solchen Velölis ist es kaum möglich jemals das Fahren ohne Stützräder zu lernen...ausser Ihr Kind mache gerade eine Artistenausbildung)
Rücktrittbremse
Die Rücktrittbremse ist erkennbar an ihrem "Bremshebel" der mit einer Schelle am Rahmen festgeschraubt wird
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Stützräder
Stützräder sind nicht optimal, um das Velofahren zu erlernen. Wer dennoch nicht auf  Stützräder verzichtet will, sollte beachten, dass sie zumindest korrekt montiert werden.
Wenn sich das Fahrverhalten eines Kindervelos von einem Dreirad unterscheiden soll, und wenn  gewünscht wird, dass das Kind eines Tages ohne Stützräder fahren soll, dann dürfen nicht beide Stützräder gleichzeitig den Boden berühren. Sie sollten so eingestellt werden, dass die kleinen FahrerInnen gleich zu Beginn etwas balancieren müssen.
Als Hilfe zum Balancierenlernen sind Stützräder aber schlecht geeignet. Mit einem Trottinett kann der Gleichgewichtssinn viel besser geschult werden. 
Diese Stützräder sind falsch montiert, denn sie berühren beide den Boden gleichzeitig.

 
 

Wartungsfreundlichkeit
 

Lassen sich die Bestandteile des Kindervelos auswechseln?
Zum Beispiel der Bremshebel: es gibt Bremshebel, die sind am Lenker festgeschweisst! Wenn ein solcher Hebel kaputt ist, hilft oft nur noch die Metallsäge...
Hat das Velo richtige Kugellager? Billige Kindervelos haben irreparable Radlager, Tretlager und Steuerlager aus Plastik mit schlechten Fahr-und Lenkeigenschaften. Wie sind die Tretkurbeln montiert? Lassen sich die Kurbeln auswechseln?
Haben die Räder Speichen zum Nachziehen? Billigräder lassen sich nicht mehr richten wenn sie eine "Acht" haben und landen auf dem Müll.
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Billigfelge mit angeschweissten Speichen. 
Ein Rad mit solchen Speichen lässt sich noch zentrieren
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